21.08.2009 von Johanna Weidauer

The Whitest Boy Alive, Tape

Ein bürgerliches Konzert, mit bürgerlichem Publikum und vielleicht doch auch einer bürgerlichen Band, nannte meine Begleitung den Abend im Tape Club. In deinen Adern pulsiert der Punk, dacht ich hingegen und erinenrte mich an die Konzerte...

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08.06.2009 von Johanna Weidauer

Zehn Jahre Immergut

Dieses Jahr sollte es also endlich einmal ein richtiges Festival sein, mit Schlafsack, Zelt und Einweggrill.

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Noah and the Whale, Frannz Club

28.04.2010

Noah and the Whale

„The First Days of Spring" heißt das 2009 erschienene zweite Album der sympathischen Londoner Folkrockband Noah and the Whale. Und an diesen ersten Tagen im Frühling brachten sie neben ihrer Fiedel, ihren Gitarren und ihrem Charme auch eben dieses Gefühl am 24. April mit in den Frannz Club.

Man könnte es durchkonzipiert nennen: Charlie Fink stellt sich nach ein paar zaghaften Songs wie „Give a Little Love" und „Blue Skies" an die Kante der Bühne, schenkt uns ein breites Grinsen und bereitet uns darauf vor, dass wir jetzt einen „Feel good gig" in drei Phasen erleben werden - gleich dem dramatischen Aufbau eines sogenannten „Feel good-Films" wie Slumdog Millionär. Seine Worte! War er doch nur wenige Tage zuvor in etlichen Interviews gefragt worden, was nun überwiegt: die Melancholie des zweiten Albums oder das Glücksgefühl ihrer ersten Songs? Fink antwortete diplomatisch und verwies auf eben jene Filme, deren bittersüßer Beigeschmack uns am Ende doch noch zufrieden zurücklässt.

Zu diesem Zeitpunkt hatten er, Violinist Tom Hobden, Bassist Urby Whale, Gitarrist Fred Abbott und Schlagzeuger Jack Hamson das Publikum schon längst um den Finger gewickelt. Daran konnte auch dieser etwas hinkende Vergleich nichts mehr ändern. Zu beeindruckend und mitreißend war das Gefühl, das die fünf beim Spielen verbreiteten. Tom Hobdens Violine geht nun einmal direkt ins Ohr und von dort durchs Mark ins Bein. Selten einen Musiker gesehen, der so zufrieden zu sein scheint, wenn er ein Instrument in der Hand hält. Nein, nicht irgendeins. Die Fiedel, die uns in „Love of an Orchestra" das Tanzen lehrte. 

Erst als Charlie Fink in der zweiten Phase des Konzertes den Song „Mary" ankündigte, dachte man daran, wie schön es doch wäre, wenn nun Laura Marling, die uns am 2. April im Privatclub beehrte, mit einstimmen würde. Doch kaum waren die ersten Takte verstrichen, musste man anerkennen, dass der Song auch ganz ohne weibliche Vocals funktioniert und das Charlie Finks Stimme in den Räumen des Frannz Clubs noch so viel besser klingt.

Auch als sie im dritten Teil ihren Tanzflächen- und Werbespottklassiker „5 Years Time" spielten, wollte man am liebsten ein Aufnahmegerät zur Hand haben. Wer ruft da noch nach Ukulele und Glockenspiel?! Ganz ohne wirkt das ganze „sun, sun, sun/fun, fun, fun" so viel greifbarer, riecht nach Park und Grillfleisch. 

Am Ende ließen sie nichts übrig, hatten alles gespielt, sogar spontan die Setlist gestreckt und zauberten dennoch ein, zwei Zugaben aus dem Ärmel. Einen ganz neuen Song gab es sogar als Kostprobe auf das nächste Album, das nach der jetzigen Europatour produziert werden soll. Und so war ich ein zweites Mal dem Vulkan dankbar, der uns nicht nur ein Wochenende lang einen flugzeugleeren Himmel bescherte, sondern nun auch die Berliner Reunion von Noah and the Whale, eine Band, die man unbedingt mal live erleben sollte!

Artikel: Juliane Schlei, Foto: Tim Rocktäschel

http://www.noahandthewhale.com/

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