21.08.2009 von Johanna Weidauer

The Whitest Boy Alive, Tape

Ein bürgerliches Konzert, mit bürgerlichem Publikum und vielleicht doch auch einer bürgerlichen Band, nannte meine Begleitung den Abend im Tape Club. In deinen Adern pulsiert der Punk, dacht ich hingegen und erinenrte mich an die Konzerte...

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08.06.2009 von Johanna Weidauer

Zehn Jahre Immergut

Dieses Jahr sollte es also endlich einmal ein richtiges Festival sein, mit Schlafsack, Zelt und Einweggrill.

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Shout Out Louds, Lido

15.12.2009

Shout Out Louds im Lido

Intimität, das nennt man einen Zustand tiefster und engster Vertrautheit. Nicht selten im sexuellen Sinne gebraucht, aber auch um andere Beziehungen zwischen Menschen, zweien oder mehreren, zu charakterisieren. Und der gestrige Abend verdient ebenfalls dieses Wort Intimität. Es war beinahe kuschlig im Lido, viele Fotografen, viele glücksstrahlende Fans tanzten zu den nigelnagelneuen Klängen der schwedischen Band Shout Out Louds, die das kommende Album „Work" bespielten. Das Publikum zeigte sich sehr begeistert, die unzähligen Fotografen knipsten die wunderbaren Momente, in denen Adam Olenius mit schöner Stimme sang, mit seiner Band spielte, Wärme in die Menge brachte. Nur drei alte Songs, angekündigtes „Let's get old school", spielten die Fünf und auch wenn die Menge dies laut jubelnd begrüßte, fehlte doch nicht mehr, zwischen all dem Neuen. Dieses fügte sich wunderbar harmonisch und zugleich im besten Maße abgrenzend in die bisherige Musik der Band ein, dass man sie schon gern wie alte Freunde begrüßen möchte, diese Songs. Aber das holen wir im nächsten Jahr nach, wenn die Band wieder kommt und mit uns tanzt. Denn es ist ein Miteinander, kein bloßes Spielen für ein Publikum, das die Band zelebriert, es ist ein intimer Abend, tief vertraut und verbunden in der Schönheit der Musik, fühlt man sich denen auf der Bühne und den Tanzenden neben sich.

In den Feuilletons unserer Zeitungen gab es Debatten über die Tyrannei der Intimität, es wurde gefordert, uns mit dem Krebs und dem damit verbundenen Leiden anderer, in Ruhe zu lassen. Intimität ist etwas Öffentliches geworden und auch ein Abend mit ein paar anderen Hundert ist öffentlich, aber es hat nicht nur etwas Schlechtes. Das Gefühl mit den Vielen etwas Besonderes teilen zu können, ohne sich mit ihnen verständigen oder auch nur verstehen zu müssen, ist öffentliche Intimität in ihrer schönsten Form. Mit Abstand und Nähe in richtiger Mischung, fühlt man sich gut, so gut, dass es doch nur dieser glanzvollen Musik geschuldet sein kann. Wir freuen uns also auf das kommende Album und pfeifen bis dahin auf dem Weg in der winterlichen Kälte die neue Single „Walls".

Artikel: Johanna Weidauer, Foto: Joachim Zimmermann

http://www.shoutoutlouds.com/

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