10.07.2011 von Johanna Weidauer

Everybody was in the French Resistance... Now!

Eddie Argos (Art Brut) und Dyan Valdés (The Blood Arm) sind nicht nur ein musikalisches Liebespaar, sondern gemeinsam auf den Bühnen der Welt unterwegs, um auf Popsongs zu antworten. Mit ihrer Band Everybody was in the French Resistance… Now! sind sie seit dem letzten Jahr unterwegs, um zweifelhafte Aussagen aus Popsongs gerade zu rücken und die Charts zu retten. Dass dazu neben ein wenig Wut auch viel Spaß gehört, erfuhren wir im Interview kurz vor ihrem Auftritt im White Trash.

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15.04.2010 von Benjamin Peter

Frank Turner

Es ist kurz vor Konzertbeginn im Berliner Magnet. Der Club ist ausverkauft und vor der Bühne findet sich eine schubladenübergreifende Menge aus allen möglichen Altersgruppen und wartet auf den Support-Act Jakoo and Jay. Währenddessen sitzen wir ein Stockwerk höher im Backstage-Bereich, um uns mit Frank Turner über seine Musik, seine Helden und fragwürdige Idole der linken Szene zu unterhalten.

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17.12.2009 von Juliane Schlei

Grey Television

Es war gerade einmal der dritte offizielle Auftritt der vierköpfigen Rand-Berliner Band und trotzdem waren sie schon der Tagestipp einschlägiger Stadtmagazine. Damit haben es Grey Television schon weiter geschafft als nur in den nahe gelegenen Jugendklub. Von Desillusionierung kann also keine Rede sein. Nach ihrem Konzert im Berliner Bang Bang Club am 12. Dezember riefen David, Julius, Robert und Max das Ende der Myspace-Ära aus, schmiedeten Zukunftspläne und stellten fest, dass sie gar nicht so melancholisch sind, wie sie dachten.

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21.11.2009 von Johanna Weidauer

Jochen Distelmeyer

Er gilt als schwieriger Gesprächspartner, der ehemalige Sänger Blumfelds. Und so sind wir doch ein bißchen aufgeregt, ihn zu treffen, als wir während des Soundchecks im Postbahnhof auf das Interview warten.

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11.09.2008 von Johanna Weidauer

Thees Uhlmann

Wenn Tomte eine neue Platte veröffentlichen, dann gibt es viele Fragen dazu. Fragen, die Thees Uhlmann gern beantwortet, denn der Tomte-Frontmann redet gern über sich und seine Musik. So auch an diesem Nachmittag, in einem kleinen Kreuzberger Cafe. Er nimmt sich viel Zeit und man hat das Gefühl, es macht ihm Spaß. Reden, das liegt ihm, sehr sogar.

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Grey Television

17.12.2009

Grey Television

Es war gerade einmal der dritte offizielle Auftritt der vierköpfigen Rand-Berliner Band und trotzdem waren sie schon der Tagestipp einschlägiger Stadtmagazine. Damit haben es Grey Television schon weiter geschafft als nur in den nahe gelegenen Jugendklub. Von Desillusionierung kann also keine Rede sein. Nach ihrem Konzert im Berliner Bang Bang Club am 12. Dezember riefen David, Julius, Robert und Max das Ende der Myspace-Ära aus, schmiedeten Zukunftspläne und stellten fest, dass sie gar nicht so melancholisch sind, wie sie dachten.

Ihr seid jetzt gerade direkt von der Bühne gekommen. Wie fühlt ihr euch? Das war ja jetzt erst euer dritter Auftritt.

Max: Vierter.

David: Dritter.

Max: Offiziell Dritter, inoffiziell Vierter.

David: Wir hatten schon einmal einen Auftritt, der in einer leer stehenden Wohnung irgendwo an der Frankfurter Allee stattfand. Der musste dann aber nach fünfzehn Minuten wegen der Polizei abgebrochen werden.

Ihr seid heute mit Beta aufgetreten, die mittlerweile bei Universal debütiert sind. Wie kam diese Kombination zu Stande?

David: Wir sind recht gut mit ihnen befreundet und wollten schon immer zusammenspielen und nun hat es sich noch am Ende des Jahres ergeben.

Wie habt ihr überhaupt zueinander gefunden?

Robert: Wir kommen alle aus dem Umkreis von 3 km. Jeder aus seinem kleinen Dorf.  

Max: Wir haben uns quasi auf unseren Schulen auf dem Land kennen gelernt.

David: Seit knapp einem Jahr spielen wir jetzt in dieser Konstellation zusammen. Das hat sich alles so nach und nach ergeben.

Ihr habt euch auf eurer Myspace-Seite auch als so genannte „desillusionierte Dorfis ohne Zukunft" bezeichnet. Seht ihr euch immer noch so?

David: Ich glaub, das darf man nicht so ernst nehmen.

Robert: Der Satz beginnt ja mit „Woran denkt man wenn man hört...". Die Leute wachsen auf dem Dorf auf, sind dann desillusioniert, arbeitslos und nichts zu tun. Die Dorfdisko ist nicht weit. Aber genau das sind wir nicht! Wir leben ja hier wirklich nah bei Berlin. Wir sind also nicht ganz abseits der Trends.

Wie würdet ihr euch selbst beschreiben, wenn wir schon beim Thema Trends sind?

David: Es ist recht schwierig, sich selbst zu beschreiben.

Max: Wir lassen das gerne andere Leute machen.    

David: Zum Beispiel im Text auf der Grey Television Seite steht: „Antje sagt, wir sind Afrobeat!" Das bezieht sich auf unseren ersten Auftritt im Antje Öklesund. Ich glaube, es ist eine Mischung aus allem. Wir arbeiten viel mit Flächenarbeit, mit einzelnen Ebenen. Wobei wir keinen festgelegten Stil haben und uns auch nicht wirklich festlegen wollen.  

David, du hast vorhin zu mir gesagt, ihr wollt die Stimme wie ein Instrument nutzen. Kannst du darauf näher eingehen?

David: Ja, also es gibt einige Songs bei uns, da sind mir persönlich die Lyrics ziemlich wichtig und das sie durchkommen. Bei diesem Auftritt habe ich verschiedene Effektgeräte parallel zur Stimme benutzt, um sie als zusätzliches Instrument beziehungsweise als Fläche einzusetzen, um das Ganze zu verstärken. Max hat zum Beispiel ein Kaosspad und Julius hat bei Audiophil das Microkorg, was alles noch einmal Fläche bringt und unterstützende Wirkung hat. Aber bei den Songs, bei denen es auf den Text ankommt, geht das natürlich nicht.

Versucht ihr euch damit von anderen Bands abzuheben?

David: Na, wir wollen die Musik ja nicht neu erfinden.

Max: Wir sind auch nicht die ersten, die es machen, aber vielleicht die ersten Berliner oder Rand-Berliner.

David: Wir haben zum Beispiel keinen einzigen Song, der so in die Richtung Dancing Shoes von den Arctic Monkeys geht. Die Texte sind eher etwas nachdenklicher, negativer, vielleicht auch nicht immer lebensbejahend. Also eigentlich recht melancholisch.

Max: Ja, eigentlich, ja...

Hast du Einwände?

Max: Nein, er hat nur so oft „eigentlich" gesagt. Man versucht mit Musik eben Sachen zu kanalisieren, die einen irgendwie emotional im Leben tangieren. Das greifen wir eben auch in unseren Songs auf. Dementsprechend sind die Lyrics manchmal auch ein bisschen melancholisch. Klar! Warum auch nicht?

Aber eure Musik ist schon sehr treibend und durchaus tanzbar. 

Max: Ja, human earthquake und disko sind für Clubs durchaus geeignet. Shout out loud auch noch. Das sind die drei Songs, die wirklich treibend sind. Aber da muss man die Aufnahmen abwarten.

Als ich heute eine Weile lang über euch recherchiert habe, war ich auch auf eurer MySpace-Seite. Es entsteht aber nicht der Eindruck, dass ihr eine typische Myspace-Band seid, die die Leute vollspamt, sondern eher eine Band, die durch Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert. Wie würdet ihr das einschätzen?

Max: Ja, also der Punkt ist, dass wir bisher nicht so richtig die Gelegenheit, die Zeit und die Muse hatten, an unserer MySpace-Präsenz zu arbeiten. Kommt vielleicht demnächst noch, wenn wir auch vernünftige Studioaufnahmen haben. Aber tatsächlich versuchen wir eben so zu funktionieren, wie du es sagst - und jetzt kann David einsteigen.

David: Das ist doch auch viel persönlicher. Alle spamen mit MySpace und am Ende denken die Leute, du bist auch nur eine Band von vielen. Es ist doch wichtiger, dass du hundert Leute hast, die dich kennen und die hinter dir stehen, als eine Million MySpace-Freunde.

Max: Und Tatsache ist doch, dass in der Berliner Indie-Landschaft dieses MySpace-Gehabe zu inflationär behandelt wurde. Warum sollten wir nur eine dieser vielen Bands sein, die alle zuspamen. Das ist ja auch einfach ein Statement, dass die MySpace-Ära nun vorbei ist.

Ich würde da trotzdem gerne anschließen. Ihr habt auf eurer Seite ein kunstvolles Video, das euren Bandname repräsentiert. Grey Television?

David: Das kommt daher, dass wir darüber nachgedacht haben, wie man sich nennt, wenn man tausend Ebenen hat. Und es war Roberts damalige Freundin, die gesagt hat: Grey Television. Oder?

Robert: Ja, ich überleg gerade. Die Idee kam erst...

Max: ...beim Sex!

Robert: ...beim Sex? Na meistens denke ich da an dich, aber...  

Max: Diesmal wirst du wohl ans Fernsehen gedacht haben.

David: Nein. Grey Television steht eben für den grauen Fernseher. Es ist quasi die Eintönigkeit, die seit einigen Jahren herrscht. Alles war immer das Gleiche. Indie war Indie. Vielleicht ist es auch ein bisschen selbstironisch, weil man nicht Teil dieser grauen Masse sein möchte.

Das Jahr neigt sich ja dem Ende entgegen. Was erwartet uns im Jahr 2010?

David: Also auf jeden Fall die Aufnahme mit der man auch wirklich arbeiten kann. Dass wir im nächsten Jahr nicht nur versuchen wollen, Club-Konzerte zu spielen, sondern, dass wir vielleicht auch das eine oder andere Festival mitnehmen, zum Beispiel das Dockville, wo Beta dieses Jahr gespielt haben. Und dass wir vielleicht auch beim Immergut anklopfen und den Sommer dann gut rumkriegen.

Max: Und dann sollte man auch nicht vergessen, dass wir ins Studio wollen und eine EP planen für das nächste Jahr.

Ihr plant dann also auch Konzerte außerhalb von Berlin. 

David: Wir haben Interessenten in Dresden und im Süden Deutschlands.

Habt ihr als Musikliebhaber einen Club in Deutschland, in dem ihr unbedingt mal spielen wollt?

Julius: Molotow!

Robert: Ach, das mit dem Bang Bang Club ist eigentlich schon eine ganz gute Sache.

Max: Also ich würde ja die O² -World ganz okay finden - nein, das war ein Scherz.

Julius: Gleis 22 in Münster wäre auch noch toll.

David: Die Meinungen teilen sich da wohl.

Interview: Juliane Schlei, Foto: Helge Mundt

http://www.myspace.com/greytelevision

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